🎙️ Rezeptor-Zauber, Triggerpunkte und unser Lieblingsthema

ig NeuroZwischen Rezeptoren, Realität & Reha – unser Weiterbildungswochenende, Fallbeispiele & massig Neuro-Talk-Talk

Nach einer Woche Abstinenz waren wir endlich wieder zurück – und diese Episode beginnt genau dort, wo unsere letzte Arbeitswoche gestartet ist: beim Weiterbildungswochenende in Braunschweig. Die Fortbildung „Rezeptorbasierte Therapie“ von Daniel stand auf dem Programm, und sie hat uns beide ziemlich auf den Boden geholt – fachlich, emotional und therapeutisch.
Wir haben selten so viel gelernt, gestaunt und diskutiert wie an diesem Wochenende.

Ein Wochenende voller „Spooky-Momente“ – Neuro, Rezeptoren & Realität

Der Kurs hat uns wiedermal gezeigt:
➡️ Das Nervensystem reagiert unfassbar schnell, wenn man die richtigen Rezeptoren anspricht.
➡️ Gleichzeitig merkt man nach solchen Fortbildungen schnell, „dass man irgendwie dümmer ist als vorher“ – weil man plötzlich all die Zusammenhänge sieht, die man vorher übersehen hat. (Zitat Alex: „Ich dachte eigentlich, ich wäre aus dem Alter raus… war ich nicht.“)

Wir sprechen darüber, wie mächtig das Konzept ist, was es kann – und wo wir selbst an Grenzen kommen. Und auch: warum man trotz aller Begeisterung nicht vergessen darf, dass alte Werkzeuge immer noch funktionieren.

Neuromodulation vs. Neuroplastizität – Klartext

Wir gehen tief rein in die Mechanik von Schmerzhemmung, spinalen Reflexen, supraspinalen Bahnen und der ewigen Diskussion:
Was ist Neuromodulation – und was definitiv nicht?
Triggerpunkte? Nicht segmental.
Manuelle Techniken? Immer mit Bewegung → also immer mit Gehirnaktivität verbunden.

Ein Satz von uns fasst es gut zusammen:

„Alles, was Bewegung enthält, wird im Gehirn verarbeitet – damit ist es eben nicht segmentale Neuromodulation.“

Hands-on-Techniken? Ja – aber aus den richtigen Gründen

Alex spricht über ein spannendes Zitat aus Franz Vandenbergs Buch, das Hands-on-Techniken wieder neue Bedeutung gibt:
➡️ Manchmal braucht Gewebe erneut gezielte Entzündung, um Heilung wieder anzuschieben.
➡️ Und genau das können manuelle Techniken über Mastzellen und Histaminfreisetzung auslösen.
Klingt wild – macht aber komplett Sinn.

Organe mobilisieren? Wir haben es per Ultraschall überprüft

Highlight des Wochenendes:
Wir hatten ein Ultraschallgerät. Natürlich haben wir ausprobiert, ob man Organe tatsächlich manuell beeinflussen kann.
Ergebnis:

  • Dickdarm: gut beweglich

  • Blase: überraschend gut beeinflussbar

  • Gebärmutter: möglich, aber schwieriger

  • Niere: Zero Chance. Keine Bewegung.

„Für alle, die immer sagen: ‚Man kann Organe nicht palpieren‘ – doch, kann man.“

Fallbeispiele – von Tennis bis Stoffwechsel-Chaos

1. Die Tennisspielerin nach Schulter-OP

OP: Bizepssehnenversatz + Supraspinatus-Reparatur.
Problem: Der Oberarmkopf springt beim Überkopf-Aufschlag → Aufschlag unmöglich.
Wir sprechen darüber:

  • Warum solche OPs Funktion manchmal eher zerstören als verbessern

  • Welche Strukturen jetzt kompensieren müssen

  • Dass nicht jede Funktion vollständig zurückkommt

  • Warum Reha nicht Zaubertrick, sondern Realismus + Anpassung bedeutet

2. Der Stoffwechsel-Patient ohne jede Compliance

Ein legendäres Fallbeispiel:

  • Bewegungsarm

  • CRP 7,5 (hoch!)

  • Geht nicht zum empfohlenen Spezialisten

  • Ernährungsprotokoll abgebrochen, weil „ich ess eh jeden Tag das Gleiche“

  • Zitat: „Ricardo Fernandes… das ist kein Deutscher, oder?“

Wir waren kurz davor, den Mann aus dem Fenster zu schmeißen.

Schulter, Außenbandriss & Tape vs. Schiene

Wir klären wichtige Fragen:

  • Schiene? → Risiko, dass das Trauma weiter nach oben wandert.

  • Bandage? → Geringer Nutzen.

  • Tape? → Kontrolle, Anpassbarkeit, funktioneller.

  • Und: Breitensport ist kein Champions League Finale.

„Wir müssen alle montags wieder arbeiten.“

Handball-WM der Frauen – warum niemand hinschaut (aber hinschauen sollte)

Wir kommen emotional ins Rollen:
Frauenhandball ist technisch, schnell, athletisch und extrem sehenswert.
Wir kritisieren die mangelnde Sichtbarkeit, fehlende mediale Präsenz und wie peinlich es ist, dass kaum Spiele im Free-TV laufen.

Zitat Fritz:

„Wir sind das größte Handballland der Welt… und zeigen die Spiele nicht. Peinlich.“

Zum Abschluss: ein riesengroßes Dankeschön

Ihr habt uns die Spotify-Jahresrückblicke geschickt – und wir waren wirklich gerührt.

„Wir dachten, den Podcast hören nur wir, Fritz Oma und Alex’ Mutter.“

Eure Nachrichten, Fragen und das Teilen der Episoden bedeuten uns wirklich viel.