🎙️ Work-Life-Balance oder 100-Stunden-Wochen?
Bürokratie, Kassenzulassung & Work-Life-Balance – unsere ehrliche Perspektive
In Episode 15 von Alex & Fritz – Physiotherapie & Training von A-Z nehmen wir euch mit auf eine Reise durch die Absurditäten der deutschen Bürokratie und die Herausforderungen im Alltag von Therapeuten und Trainern.
Von Kautionen bis Kassenzulassung
Schon zu Beginn geht es direkt ins Eingemachte: Alex berichtet von endlosen Diskussionen rund um Mietkautionen, während Fritz erzählt, wie er regelmäßig erfolglos versucht, seine eigene Gewerbekaution zurückzubekommen. „Da hast du irgendwie 8.000 Euro Kaution, die irgendwo liegen und die verzinst werden – und du kriegst sie einfach nicht zurück“, so Fritz.
Das leitet über zum eigentlichen Kernthema: Kassenzulassung in der Physiotherapie. Alex schildert eindrücklich, wie streng und gleichzeitig paradox die Auflagen sind. Ein Praxisraum mit 21 Quadratmetern reicht nicht aus – auch wenn 600 Quadratmeter Trainingsfläche danebenstehen. Ergebnis: keine Zulassung. „Und private Patienten? Die kannst du im Kellerloch behandeln, da fragt niemand nach“, fasst Alex die Absurdität zusammen.
Fachkräftemangel & Attraktivität des Berufs
Wir diskutieren, warum trotz akuten Mangels an Physiotherapeuten die Hürden für Praxiseröffnungen so hoch sind. Fritz bringt es auf den Punkt: „Wenn du besser sein willst als andere, musst du andere Dinge machen als andere.“ Statt neue Kapazitäten zu erschließen, erschwert Bürokratie genau das Gegenteil – und schreckt junge Menschen ab.
Es geht auch darum, wie man den Beruf wieder attraktiv machen kann. Wir sind uns einig: Es braucht mehr Inspiration, bessere Ausbildungsbedingungen und Räume, die den Job „cool“ machen. Kleine, persönliche Praxen können genau diesen Spirit liefern – ganz anders als große MVZ-Strukturen, die nur noch Gewinnorientierung im Blick haben.
Work-Life-Balance vs. Leidenschaft
Zum Ende hin sprechen wir über die vielzitierte Work-Life-Balance. Fritz macht klar: Wer wirklich exzellent werden will, muss Zeit und Leidenschaft investieren. „Seit ich 16 bin, verbringe ich täglich mehrere Stunden im Gym. Mit 23 habe ich mein eigenes Studio aufgebaut – 80 bis 100 Stunden pro Woche. Das schaffst du nicht mit 30 Stunden.“
Alex ergänzt: „Klar, Freizeit ist wichtig. Aber wer mehr will, muss auch mehr investieren – und das gilt für Therapeuten wie Trainer gleichermaßen.“
Fazit
Episode 15 ist eine ehrliche Bestandsaufnahme zwischen Idealismus, Frustration und Leidenschaft für unseren Beruf. Bürokratie nervt, Fachkräftemangel drückt – aber am Ende zählt, wie viel Herzblut man investiert und wie sehr man bereit ist, den eigenen Weg konsequent zu gehen.
Oder wie Fritz es formuliert: „Der beste Weg, aus einem Loch rauszukommen, ist aufzuhören zu graben.“